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Zecken – Hilfe durch Ernährung? Haben Zecken einen Nutzen?

06/09/2018
Zecken – Hilfe durch Ernährung? Haben Zecken einen Nutzen?

Im allgemeinen haben auch Parasiten einen Nutzen.  Sie helfen dabei, die Population anderer Lebewesen zu regulieren.  Viele Parasiten sorgen dafür , dass sich das Immunsystem von Tieren stärkt, was auf lange Sicht einen positiven Einfluss auf die weitere Evolution einer Tierart haben kann.

Aber trifft dies auch auf Zecken zu?

Zecken gehören immer noch zu den größtenteils unbekannten Wesen. Erwiesen ist allerdings, dass Zecken für andere Lebewesen wie Vögel oder Pilze sehr nahrhaft sind und somit für bestimmte Arten ein wichtiges Element in der Nahrungskette darstellen.

Desweiteren gibt es interessante Studien in der Krebsforschung. Brasilianische Forscher des Butantan Instituts in Sao Paolo haben im Speichel von Zecken ein Molekül gefunden, das bösartige Zellen abtötet und damit nützlich bei der Bekämpfung von Krebs sein könnte. Mit dem Zeckenspeichel wurden bereits Tiere mit Haut-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenkrebs sowie Metastasen  in der Lunge erfolgreich behandelt

Wie man sieht, haben also auch Zecken ihre Daseinsberechtigung.

Wie finden Zecken ihren Wirt?

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Zecken sich von Bäumen fallen lassen, brauchen Zecken "Körperkontakt", um ihren Wirt zu finden. Sie klettern daher auf Gräser und Büsche, um dort auf ihr Nahrungsopfer zu warten. Zum Auffinden eines Wirtes dient ihnen ihr sogenanntes  Haller’sche Organ, das sich im vordersten Beinpaar befindet . Damit können sie Gerüche wahrnehmen, die auf die Anwesenheit eines potenziellen Opfers hindeuten: Ammoniak, Buttersäure, Kohlenmonoxid sind Substanzen, die die Zecken anziehen und die sowohl von Menschen als auch von Tieren im Atem und im Schweiß abgegeben werden.  Zecken bevorzugen zudem etwas feuchte, warme und gut durchblutete dünne Haut.

Beim Zustechen gibt die Zecke Speichel ab, in dem Substanzen enthalten sind, die eine Art Kleister bilden und die Widerhaken fest in der Haut verankern. Gleichzeitig wird die Einstichstelle betäubt und die normale Wundreaktion der Haut, wie Entzündung und Blutgerinnung, verhindert.

Der abgegebene Speichel kann Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger enthalten, durch die der Zeckenstich sein besonderes Risiko erhält, z.B. die FSME-Viren. Nach dem Stich können sie sofort in die Wunde übergehen. Auch eine schnelle Entfernung der Zecke kann daher eine FSME-Infektion nicht verhindern.

Die Erreger der Lyme-Borreliose, das Bakterium Borrelia burgdorferi, befindet sich nicht in den Speicheldrüsen, sondern im Mitteldarm der Zecke. Es gelangt mit den Ausscheidungen der Zecke in den Wirtskörper. Man geht davon aus, dass sie erst nach vielen Stunden des Saugaktes in das Blut des Wirts gelangen.

Wie kann ich mein Haustier schützen?

Zu allererst sollten Sie Ihren Vierbeiner nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen und  diese sofort entfernen. Viele krank machenden Erreger werden erst übertragen, wenn die Zecke bereits 12 bis 24 Stunden saugt. Weitere Maßnahmen können sein: Kontakt-Antiparasitika und die Borreliose-Impfung.

Im Gegensatz zum Menschen können Hunde gegen Borreliose geimpft werden. Die Ständige Impfkommission für Tiere (StIKo Vet.) empfiehlt die Impfung für alle Hunde, die einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Auch vor dem Urlaub in zeckenbelasteten Regionen empfiehlt sich eine Impfung gegen Borreliose

Zeckenschutz ohne Chemie?

Wer auf die chemischen Antiparasitika gegen Zecken aufgrund der yum Teil heftigen Nebenwirkungen verzichten möchte, kann erst einmal versuchen, auf einige Alternativen zur natürlichen Zeckenvorbeugung zurückzugreifen. Leider gibt es kein Mittel, dass bei Hunden und Katzen gleichermaßen wirkt, da jeder Stoffwechsel anders ist.

Es gibt verschiedene Futtermittelzusätze, deren Wirkung darauf abzielt, den Hautstoffwechsel zu verändern und somit die Tiere für Zecken unattraktiv zu machen.  Allerdings ist auch bei den Zusätzen Vorsicht geboten.  Im Zweifelsfall sollte  man eine/n Tierheilpratiker/in zu Rate ziehen.

Zur Zeckenprophylaxe werden u.a. gerne folgende Zusätze eingesetzt:  Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Knoblauch und B-Vitamine (Bierhefe). Hierbei ist jedoch zu beachten, dass beispielsweise Schwarzkümmelöl einen hohen Gehalt an ätherischen Verbindungen enthält, die sich schädigend auf die Leber auswirken können. Eine Anwendung über einen längeren Zeitraum und in hoher Dosis ist daher nicht empfehlenswert.

Knoblauch und B-Vitamine  bzw. Bierhefe kann man durchaus ausprobieren, jedoch ist auch hierbei die Wirkung bei jedem Tier unterschiedlich.  Den Knoblauch sollte man nicht zu hoch dosieren, und er sollte frisch sein.  Bei Bierhefe sollte man ebenfalls vorsichtig dosieren,  da eine zu hohe Gabe zu Blähungen führen kann.   Da überflüssige B-Vitamine über den Harn ausgeschieden werden, ist hier eine Überdosierung relativ ausgeschlossen. Katzen vertragen weder Knoblauch noch Schwarzkümmelöl.

Kann ich mein Haustier mit Hilfe der Ernährung gegen Zecken schützen?

Eine besondere Rolle spielt hier das Immunsystem. Trocken- und Nassfutter enthalten viele Antioxidanzien, Konservierungsstoffe und oft auch schlecht verwertbare Futterbestandteile, die den Organismus belasten. Empfehlenswert ist eine bedarfsgerechte, gut verdauliche Fütterung, mit frischen Nährstoffen, mit Bitterstoffen, natürlichen Vitaminen, Enzymen und Mineralien. Dadurch wird die Darmflora gestärkt und intakt gehalten, eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gut funktionierendes Immunsysstem.

All dies ist leider kein Allheilmittel gegen Zecken, und wir können damit auch nicht mit Sicherheit die Zecken fernhalten oder den Befall reduzieren, jedoch hat der Organismus durch eine gestärkte Immunabwehr eine größere Chance mit krankmachenden Erregern selbst fertig zu werden, ohne dass eine Erkrankung ausbricht.

Quellen: Reuter, Ute wadehn, www.zecken.de, wikipedia, medizininfo.de 

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